Tiger

Tiger und sein Herrchen Harald Schiffer hatten Ihren ersten Termin im März 2010. Tiger zeigte sich zu Hause freundlich und verspielt. 

Auf den Spaziergängen jedoch zeigte er die typischen Verhaltensweisen, mit denen viele Hundehalter zu kämpfen haben. Er zog an der Leine, wetterte gegen andere Hunde und kam auf Zuruf nicht zurück. 

In wöchentlichen Einzelstunden lernte Tiger das Kommando „bei Fuß“ als Alternativ Verhalten zuverlässig auszuführen. Als dies ohne Ablenkung gut funktionierte, setzten wir Therapie- Hunde als Ablenkung ein. 

Tiger lernte recht schnell auch in Anwesenheit der anderen Hunde bei Fuß zu gehen und kam inzwischen auch auf Zuruf freudig heran. Nun war es an der Zeit unter realen Bedingungen zu trainieren. Denn im Gegensatz zu den ausgebildeten Therapie- Hunden, verhalten sich Hunde die man zufällig auf dem Spaziergang trifft nicht immer ruhig. Harald und Tiger begannen mit dem Gruppenunterricht. 

Nach wenigen Wochen klappte es auch dort wunderbar und wir fingen sogar mit der Vorbereitung für die Begleithundeprüfung an. 

Am 13.11.2010 machte Tiger dort mit 84 von 100 möglichen Punkten im Bereich der Unterordnung den ersten Platz. Von seinen damaligen Problemen kann Harald heute nur noch berichten und erinnert sich immer wieder daran wie unangenehm und stressig es für Beide war. 

Heute sind Hund und Herrchen ein eingespieltes Team und haben weiterhin viel Freude am Gruppenunterricht, den sie weiterhin besuchen um neue Tricks zu lernen und neue Bekanntschaften zu pflegen, die durch das Training zustande kamen.

Bobby

Bobby kam  aus dem Tierheim Bückeburg. Der große schwarze Mischlingsrüde hatte mit seinen vier Jahren schon viel erlebt. 

Er kam ursprünglich aus einer Familie mit 10 Kindern, hatte aber danach noch weitere Besitzer die Ihn alle recht schnell wieder ims Tierheim zurückgebracht haben. 

Die Liste seiner Probleme war lang. Er hatte bereits Kinder, Erwachsene, Tierärzte und andere Hunde teilweise schwer verletzt. 

An der Leine war er kaum zu halten, er setzte seinen 45 Kilo bei jedem potentiellen Gegner ohne Kompromisse ein. 

Ließ man Ihn frei, konnte man einige Stunden investieren um auf seine Rückkehr zu warten. Wir haben 1 ½ Jahre intensiv mit Ihm gearbeitet.

Heute ist Bobby gesellschaftsfähig. Er geht in der Stadt spazieren, begleitet seine Menschen in Cafés, läuft ohne Leine und spielt mit anderen Hunden. 

Natürlich wird er niemals ein ganz „normaler“ Hund sein. Ein Hund der gelernt hat zu beißen wird dies nie verlernen. Aber Bobbys Frauchen hat gelernt Ihn richtig zu führen, sein Verhalten zu kontrollieren und rechtzeitig zu reagieren. 

Django

Das ist Django. Django kam aus Rumänien und hat die ersten 10 Monate seines jungen Lebens, im größten Tierheim der Welt verbracht. Er wurde nach Deutschland gebracht, da für ihn dort keine Hoffnung bestand. Er lag immer nur zitternd in einer Ecke und hat lediglich nachts ein wenig Nahrung aufgenommen.  Da er sich kaum bewegte, war die Muskulatur seiner Hinterläufe bereits stark verkümmert.

Auch im Mindener Tierheim angekommen, verbesserte sich sein Zustand nicht. Er bewegte sich nicht, fraß schlecht und war von seiner Angst beherrscht. Wie sollte es auch anders sein- etwas Positives hatte er noch nie erlebt! Als er zu seinen neuen Menschen kam war unser erster Schritt ihn in Ruhe zu lassen und ihn nicht zu bedrängen. Der bereits vorhandene Hund in seiner neuen Familie half ihm dabei Sicherheit zu gewinnen. 

Nach ca. 8 Wochen kam er zu mir nachhause zur stationären Therapie. Einen Tag später ist er das erste Mal in seinem Leben ein kurzes Stück an einer Leine gelaufen. Das zu schaffen, was für die meisten Hunde ganz normal und alltäglich ist, hat bei Django vier Stunden Geduld und Konzentration gekostet.  

Am nächsten Tag hat er bereits eine große Runde am Weserbogen geschafft. Er hat dort viele neue Eindrücke gesammelt und  lief in einem gefestigten Rudel mit souveränen Hunden. 

Django taute immer mehr auf und nach und nach begann er sogar an fremden Menschen zu schnüffeln und schaute interessiert, den vielen Fahrradfahrern hinterher. Weil es so anstrengend und aufregend war, hat er nach unserem Ausflug bereitwillig sein Futter aus der Hand genommen, was vorher ebenfalls zu viel für ihn war. Er hat in der Therapie die ersten Schritte zu einem normalen glücklichen Hundeleben geschafft!!!

Die nächsten Schritte haben seine Halter mit ganz viel Liebe und Geduld selbst geschafft. Inzwischen nehmen sie Django fast überall mit hin und zeigen ihm die Welt, die er vorher nicht kannte. Er besucht außerdem weiterhin den Kurs. Dort staunen wir alle immer wieder aufs Neue darüber, dass er sogar Spaß beim Lernen hat und weiterhin immer mutiger wird!

 „Django unchained“ ist für mich eine ganz besondere Erfolgsgeschichte und ich kann euch gar nicht beschreiben wie stolz ich auf den kleinen Kerl bin.

Nino

Vom Straßenhund zum Begleithund
 
Nino, eine Schäferhundmix, der ursprünglich als Straßenhund in Polen lebte, kam mit vier Jahren zu den Stadthunden. Er und sein Frauchen Sabrina hatten ein festes Ziel vor Augen: Die Begleithundeprüfung. 

 Fast beiläufig erwähnte Frauchen ein gewisses "Hasenproblem". O-Ton: „Er kam schon mal mit Hasenfell im Fang zurück. Wenn ich ihn in solchen Situationen rufe, hat er Karotten in den Ohren!“ 
 
Die beiden begannen nach nur einer Einzelstunde mit dem Kursunterricht. Nino kannte alle wichtigen Signale und machte sich in der Hundeschule wirklich gut. Der Einstieg in das Anti-Jagd-Training gestaltete sich hingegen deutlich schwieriger. Wir trafen uns dazu im Glacis und ich bat Sabrina, den Hund abzuleinen, da weit und breit keine Ablenkung zu sehen war. Nino machte sich sofort auf den Weg zum nächsten Baum und schnüffelte. Ich: „Sabrina, kannst du ihn bitte mal zu Dir rufen?“ Sie: „Ja klar, Ninooooooooooo!“ Keine Reaktion. Ich: „Versuch es bitte noch einmal.“ Sabrina: „Niiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiinooooooooooooooo!“ Nichts! 

Ich fragte, ob es normal sei, dass er gar nicht auf ihre Ansprache reagiert, wo er doch in den Unterrichtsstunden so zuverlässig kommt? Ja, das war es.
 

Es offenbarte sich mir ein sehr typisches Problem, der wohl vielen Hundehaltern, die mit ihren Fellnasen eine Hundeschule besuchen, bekannt vorkommen dürfte. Nino zeigte das, was ich gerne als Hundeplatz-Syndrom bezeichne - er führte die ihm bekannten Signale eben nur auf ihm bekannten Plätzen und in Situationen aus, in denen diese auch gezielt trainiert wurden. Die Orientierung und das Training im Alltag wurden leider vernachlässigt.

Wir fingen also mit dem kleinen Einmaleins der Hundeerziehung von vorne an und trainierten die Signale von Grund auf neu in Alltagssituationen, also immer und überall da, wo Sabrina mit Nino unterwegs war. 
 
Inzwischen kann Nino, wenn 100 Meter entfernt Rehe stehen, konzentriert mit Frauchen arbeiten. Abrufen kann man ihn fast immer. Und den letzten schweren Schritt, den Hund abzurufen, wenn er bereits hetzt, werden wir auch noch schaffen! 
 
Die wichtigste Zutat für so eine tolle Leistung ist eine hochmotivierte Halterin, die stets fleißig und konsequent übt und sich immer hohe Ziele steckt! Nur dann kann man auch einen hochgradig jagdlich motivierten Ex-Streuner von der Zusammenarbeit überzeugen.
 
By the Way, die Begleithundeprüfung hat unser kleiner Pole bereits seit 2014 in der Tasche!