Julia Fuhrmann - Hundetrainerin

Ich war zehn Jahre alt, als ich endlich genug Mut gesammelt hatte um an der Tür meiner Nachbarn zu Klingeln und zu fragen ob ich mit Kalle Gassie gehen dürfe. Kalle war ein sehr großer Golden Retriever Rüde. Ich hatte mir schon Pläne gemacht was ich den Rest des Tages so ohne Hund tun könnte, denn ich ging fest davon aus, dass meine Nachbarn auf gar keinen Fall einem fremden kleinen Mädchen Ihren teuren Rassehund mitgeben würden. Kalle sprang bereits wild bellend um mich herum als ich noch völlig regungslos vor Freude mit der Leine in der Hand da stand. Ich durfte mit Ihm spazieren gehen! Und ich bräuchte Ihn nicht anleinen, nur die Leine mitnehmen wurde mir gesagt.

Stolz und immer noch ein wenig verwundert, öffnete ich das Tor vom Hof und schon schoss der Hund an mir vorbei. Er rannte gradewegs auf die viel befahrene Straße zu, von der aus man ins Glacis gehen konnte. Was macht man wenn man zehn Jahre alt ist und grade kurz davor ist, schuld an dem Tod des Nachbarhundes zu sein? Man hält sich die Augen zu und fragt sich ob man jemals wieder Taschengeld bekommt, ob man ins Gefängnis gehen muss und ob man überhaupt jemals wieder mit einem Hund spazieren gehen darf.

Als ich nach unendlich langen Sekunden immer noch kein Reifen Quietschen und auch keinen lauten Wumms gehört hatte, wagte ich einen kleinen Blick in Richtung Straße. Und da saß Kalle. Mit den Pfoten direkt an der Bordsteinkannte, den Blick aufgeregt in meine Richtung als wenn er sagen wollte: „Wo bleibst Du denn? Wir wollten doch los!“

Von diesem Tag an waren wir unzertrennlich. Er begleitete mich überall hin. Er war der perfekte Hund. Er war so gut erzogen, dass selbst ich, als kleines Kind in der Lage war Ihn problemlos in jeder Situation zu führen.

Aber trotzdem er immer jeden Befehl von mir befolgte, fiel mir schnell auf wie viel motivierter und genauer er beispielsweise „Bei Fuß“ ging wenn seine Besitzer mit Ihm unterwegs waren. Meine Motivation war es, heraus zu finden warum. Zunächst begann ich meine kleine Studie direkt am Hund. Wir übten mit und ohne Ball, mit und ohne Leckerlies, mal gab ich etwas lautere Kommandos, mal ganz leise. Mit ca. dreizehn Jahren hatte ich dann zahlreiche Theorien zur Hundeerziehung aufgestellt.

Um eine Bestätigung für meine Rückschlüsse zu finden begann ich mein Taschengeld in unzählige Erziehungs- Bücher zu investieren.

Meinen ersten eigenen Hund „Buddy“ bekam ich mit 17. So hatte ich endlich die Gelegenheit mein gesammeltes Wissen der letzten Jahre anzuwenden. Es dauerte nicht lange, bis mich Mindens bekanntester Hundetrainer, auf meinen wohl erzogenen Welpen ansprach. Unserer Zusammenarbeit kam allerdings erst einige Jahre später zustande. Somit war auch der Grundstein für meine heutige Arbeit gelegt. Ich habe anfangs als Assistentin seine Stunden begleitet. Später durfte ich auch eigenständig Gruppen leiten und unterrichten.

Später hatte ich über mehrere Jahre  Schüler aus meinem Bekannten und Freundeskreis, die wiederum Bekannte und Freunde mitbrachten. Ich möchte Ihnen allen ganz besonders danken. Sie haben mich bei meinem Unternehmen unterstützt und mir immer wieder auf´s Neue gezeigt, wie schön meine Arbeit ist.

Eine eigene Hundeschule aufzumachen war schon immer mein Traum. Doch sein Hobby zum Beruf zu machen und auf eigenen Beinen zu stehen, bedeutet einen großen Schritt zu wagen. Doch wie der Volksmund so schön sagt: „Wer nicht wagt, der nicht gewinnt!“

Mit dem Projekt  „Stadthunde Minden“ möchte ich Menschen und Ihren Hunden helfen einander besser zu verstehen.

  • 6 Jährige Mitarbeit bei Hundeerziehungsberater Wolfgang Stichler in Minden
  • 2 jähriges Studium Hundepsychologie mit Schwerpunkt Verhaltensberatung
  • Erlaubnis nach § 11 Abs. 1 Nr. 8 f Tierschutzgesetz für Dritte Hunde auszubilden und diese dabei anzuleiten (erteilt durch das Veterinäramt des Kreises Minden-Lübbecke)

Seven

Seven ist 2013 geboren und ein Mix aus Labrador und Bordeaux-Dogge. Er ist zwar das jüngste Teammitglied, aber da er quasi in der Hundeschule groß geworden ist, hat er schon viel gesehen und bleibt bei fast allen Situationen tiefenentspannt. Besonders gerne hilft er dabei, Hunden die an der Leine pöbeln, Angst haben, oder sehr hektisch sind, zu zeigen, dass es überhaupt keinen Grund zur Aufregung gibt. Mit 20 Monaten hat er die Begleithundeprüfung abgelegt und sagenhafte 99 von 100 möglichen Punkten in der Unterordnung geholt. 

Blue

Die Labradorhündin Blue ist die gute Seele der Stadthunde. Sie wurde 2008 geboren und ist sozusagen das Mädchen für Alles. Sie hilft gerne und motiviert dabei die Welpen in unserer Welpenschule liebevoll zu erziehen. Sie ist Vorzeigehund für den Agility Kurs, die Anfänger- Gruppen, Dummy- Training, Longieren und vieles Mehr. Die Begleithundeprüfung hat sie mehr als einmal erfolgreich abgelegt. Ein absolutes Allround- Talent also. Ihre aus Hundesicht größte Leistung ist es jedoch, die menschlichen Kursteilnehmer zu erziehen! Egal wie oft die Trainerin das Füttern des Hundes verbietet, schafft sie es doch immer wieder, massenhaft Futter abzustauben.